Zehn goldene Binsen für PR in der Wikipedia

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30. Oktober 2013

Derzeit rollt eine Social-Media Empfehlungswelle durch die Branche, ausgelöst von Kollegen aus Hannover mit ihrem Leitfaden für PR in der Wikipedia. Was soll das? So einfach, wie es Leitfäden im Allgemeinen suggerieren, ist es aller Erfahrung nach eben nicht.

Reden wir vom Mittelstand. Müssen wir ja auch, denn unter 1000 Beschäftigte und 100 Mio. Umsatz sind Unternehmen und Organisationen für die Wikipedia kaum relevant, nach wie vor dem abgelehnten Meinungsbild. Dieser Mittelstand nun also muss mehr als die berüchtigten “eigenen Angaben”, er muss externe, überprüfbare, auch kontroverse Quellen anführen. Vorausgesetzt, es gibt solche überhaupt. Er muss “enzyklopädisch” texten. Eine Idee und Content Strategie für seine PR in der Wikipedia braucht er auch. Und einen etwas längeren Atem, als das absatzorientierte Marketing im Allgemeinen zulässt.

Bedingungen also, auf die kein Leitfaden Einfluss nehmen kann.

Berichterstattung Internetworld

Schaut man hinter die Fassade der allermeisten Fertigrezepte, goldenen Regeln und ultimativen Do’s und Dont’s, die zu allenmöglichen Fragen der Unternehmenskommunikation haufenweise online angeboten werden, findet man meist nicht viel mehr als Omas Weisheiten. Allerdings werbe- und reichweiten-wirksam verpackt. Insofern: Respekt! Nicht anders ist das bei solchen Anleitungen zur PR in der Wikipedia. Außerdem: so ganz kostenlos ist der Download des Leitfadens nicht, man bezahlt ihn mit einem Tweet. Und lässt sich so vor den Karren spannen. Ganz abgesehen davon, dass vieles nicht originär entwickelt, sondern abgeschrieben bzw. bloß übersetzt ist. Hier das Original des britischen PR-Verbandes Chartered Institute for Public Relations. Auch kostenlos, aber ohne Datenkrake. Wer die Entscheidung der Wikipedia, PR-Einträge nicht anders oder strenger zu evaluieren, als Aufgesang zum Entern der Web-Enzyklopädie mit – und sei es gut gemachten – PR-Einträgen interpretiert, trägt wahrscheinlich zu einer erneuten Verhärtung der Fronten bei. Im englischsprachigen Raum wurden ja bereits Wikipedia-Konten wegen offenbarer PR-Unterwanderung gelöscht. Das Thema ist hier auch nicht ganz aus der Welt.

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