A….wisch, nein danke!

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18. März 2011

Stellen Sie sich vor, Ihre Profession sei Jurist, Mediziner, Architekt, Ingenieur, Banker, Coach oder Sonstiges von profunder Expertise. Ein Kunde oder Patient oder Mandant würde Ihnen wesentliche Teile Ihrer Leistung abverlangen, ohne einen Pfifferling dafür zu geben. Zugleich wäre er außerstande, verständlich, strukturiert und sorgfältig sein Anliegen, seine wahren Beweggründe und Ziele zu formulieren und verbindlich dazu zu stehen. Sie sollen nur erst mal Ihren Bauchladen öffnen und die Puppen tanzen lassen, und dann – tschacka! – werde man schon sehen…

Das ist doch unmöglich, sagen Sie? Leider nein. Im PR- und Kommunikationsgeschäft greift solches immer weiter um sich. Manchmal nennt es sich Agentur Pitch, manchmal Briefing. Mal wird vorgeblich das Maximum erstrebt, keinerlei Augenmaß und Pragmatismus geduldet. Frühe Hinweise auf das Setzen falscher Prämissen werden in den Wind geschlagen, um dann endlich, wenn alle Vorschläge auf dem Tisch liegen, nicht ein Staubkörnchen davon umzusetzen. Ein anderes Mal bekommt man quasi als Ausschreibungstext nur einen A….wisch mit einem unbedarften Sammelsurium von Marketing-Phrasen, dann wieder wird eine absurd kurze Frist gesetzt. Oder es werden einzelne Ideen abgegriffen und “mit Bordmitteln realisiert” oder ein noch billigerer Jakob damit beauftragt.

Wir wollen nicht klagen. Wir machen da bloß nicht mit.

Die Ressourcen, die diese Vorgehensweise verschlingt, setzen wir lieber für realistische Projekte ein. So ersparen wir unseren Kunden und Mandanten die Verlustumlage auf ihre Projekte. Oder haben Sie wirklich geglaubt, dass die Kosten für erfolglose Wettbewerbspräsentationen und erhöhten Akquiseaufwand nicht am Ende doch einkalkuliert werden?

Eine vor diesem Hintergrund geradezu geniale Idee ist das Kunden-Pitching, zu dem eine Kölner Agentur jetzt aufgerufen hat. Diejenigen Kunden, welche Ihr Anliegen, Ihre Ziele und den Grund ihrer Angebotsanfrage am besten darlegen, können Beratungsleistungen gewinnen. Die externe Jury ist hochkarätig besetzt. So wird ein Schuh draus.

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